Der Nürnberger Reichswald umfasst eine Fläche von ca. 25.000 ha. und ist somit das fünftgrößte geschlossene Waldgebiet Bayerns. Aufgrund seiner Artenvielfalt von Flora und Fauna sollte der Wald besonders geschützt werden und wurde deshalb als Bannwald, Vogelschutzgebiet und Natura-2000-Gebiet ausgewiesen. Durch zahlreiche Projekte wird der Wald jedoch immer mehr zerstückelt oder verkleinert. So sind derzeit Projekte geplant, die ca. 193 ha Wald vernichten würden. Diese Fläche muss laut Gesetz an anderer Stelle aufgeforstet werden. Die Praxis zeigt jedoch, dass keine Auskunft darüber erteilt werden kann, ob die Flächen tatsächlich aufgeforstet werden. Außerdem zeichnet sich der Reichswald dadurch aus, dass er ein zusammenhängendes Waldstück ist. Wollte man diesen Charakter erhalten, so müssten die Aufforstungsflächen an den Bannwald anschließen und ebenfalls als Schutzgebiet ausgewiesen werden. Gerade dies erfolgt jedoch nicht.

 

PWC-Anlage

 

Allein in dem Bereich der geplanten PWC-Anlage bei Moosbach sind zahlreiche Tiere heimisch, die in Deutschland auf der Roten Liste stehen, also deren Bestand gefährdet oder sogar erheblich gefährdet ist. Beispielhaft sind anzuführen: Die Zauneidechse, Feuersalamander, Kreuzotter, Gelbbauchunke, div. Fledermäuse, div. Vögel (Grau-, Grün-, und Schwarzspecht, Baumpieper, Eisvogel). In der ökologischen Vorprüfung werden alleine 15 streng geschützte Tierarten im betroffenen Gebiet eingeräumt. Die Avifauna der unmittelbar an die Anlage angrenzenden Waldgebiete wird im Planfeststellungsverfahren als sehr hoch bis hoch/mittel eingestuft.

 

Um die geplante PWC Anlage soll kein Zaun errichtet werden. Dies führt dazu, dass auch das an die Anlage grenzende Waldgebiet durch weggeworfene Abfälle verunreinigt wird.

 

Im Vergleich zu anderen bereits bestehenden PWC-Anlagen an der Autobahn A6 entsteht der Eindruck, dass es sich bei der geplanten PWC-Anlage um eine der größten oder gar die größte PWC-Anlage an der Autibahn A6 handelt. Dies widerspricht nach unserer Auffassung der gesetzlichen Vorgabe, dass in den geschützten Wald nur insoweit eingegriffen werden darf, als dies aus Gründen des übergeordneten Gemeinwohls zwingend erforderlich ist. Es verstärkt sich vielmehr der Eindruck, dass es entgegen der gesetzlichen Vorgabe schlichtweg am einfachsten ist, derartige Projekte in mitten in einem, wenn auch geschützten Wald zu errichten. 

 

Staatsstraße

 

Auch beim Ausbau der Staatsstraße müssen zahlreiche Bäume gefällt werden. Unserer Ansicht nach würde eine Verbreiterung der bestehenden Staatsstraße völlig ausreichen.